Kiel – Paris: Gelingt dem THW eine Überraschung?

Kiel – Paris: Gelingt dem THW eine Überraschung?

Zum Auftakt der Champions League trifft der THW Kiel auf einen alten Bekannten. Gegen Paris Saint-Germain mussten die Norddeutschen auch in der letzten Saison ran.

Statt eines lockeren Starts in die Champions League muss der THW gleich zu Beginn für eine Überraschung sorgen. Denn mit Paris haben sie eines der besten Teams der Welt zu Gast.

Ein Blick zurück auf die letzte Vorrunde auf Europas größter Handballbühne lohnt sich. Denn damals behielten die Kieler vor heimischen Publikum die Oberhand. Und zwar knapp mit 28:27. In der Rückrunde revanchierten sich die Franzosen mit einer deftigen Klatsche: mit einer deutlichen Abfuhr von 24:42 im Gepäck reisten die Handballer vom THW zurück nach Schleswig-Holstein.

Überraschung durch den THW?

Kiels Trainer Alfred Gislason hat keine Angst vor dem Duell. Der  Isländer weiß aber ganz genau, dass die Kieler für eine Überraschung einen extrem starken Tag brauchen.

"Paris ist für mich der absolute Topfavorit auf den Titel. Die sind auf jeder Position Weltklasse besetzt",

schwärmt THW-Trainer Gislason von der französischen Weltauswahl um Rückraumspieler Nikola Karabatic und Außengreifer Uwe Gensheimer, Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

Kiel noch längst nicht in Topform

In der Liga kommen die Kieler nur langsam auf Touren. Die Generalprobe des THW gegen den SC DHfK Leipzig (29:26) verlief holprig, aber nach zuvor zwei Niederlagen gegen  Melsungen und Hannover-Burgdorf wurde zumindest ein Sieg eingefahren. Für Gislason bleibt die Hoffnung, dass die Kieler nun ins Rollen kommen:

"Ich bin ein bisschen erleichtert, dass wir langsam in die Gänge kommen."

Paris will den Titel

Die Handballer haben das schon geschafft, was die Fußballkollegen diese Saison auch erreichen wollen: ins Finale der Champions League einziehen. Für die PSG blieb da aber im letzten Jahr nur der zweite Platz. In einem hochspannenden Endspiel zogen die Franzosen gegen Vardar Skopje den Kürzeren. Mit 24:23 setzten sich  der Außenseiter aus Mazedonien durch.

"So zu verlieren ist ganz bitter. Das ist ein Scheiß-Gefühl, einfach zum Kotzen",

erklärte ein mega enttäuscher Uwe Gensheimer nach dem Finale. Jetzt will er mit seinem Team erneut ins Endspiel. Und dort dieses Mal keine Überraschung erleben.

Zum Auftakt gegen Kiel erwartet Teamkollege Nedim Remili nicht wieder eine negative Überraschung wie in der letzten Saison. "Damals hatten wir jede Menge neue Spieler dabei, wir mussten erst einmal zusammenfinden – auch sprachlich", erklärt der 22 Jahre alte Rückraumspieler. Dieses Mal gibt es nur drei Neue.

Die aktuelle Formkurve

THW Kiel
S 29:26 SC DHfK Leipzig (Liga)
N 25:29 bei MT Melsungen (Liga)
N 29:31 TSV Hannover-Burgdorf (Liga)
S 34:32 SC Magdeburg (Liga)
S 33:21 bei TuS N-Lübbecke (Liga)

Paris Saint-Germain

S 30:22 Ivry (Liga)
N 26:32 Nantes (TdC)
S 35:28 St. Raphael (TdC)
S 35:25 Skjern/Dänemark (INFS)
S 35:25 Aalborg/Dänem. (INFS)

Die letzten 5 Duelle

PSG – THW Kiel 42:24 (2017)
THW Kiel – PSG 28:27 (2016)
PSG – THW Kiel 29:27 (2016)
PSG – THW Kiel 37:30 (2015)
THW Kiel – PSG 26:30 (2015)

Insgesamt gab es bisher sieben Duelle. Vier davon gewann Paris, drei konnte Kiel für sich entscheiden.

Meine Prognose

Der THW hat mit Liga, Pokal und Supercup bereits acht Pflichtspiele auf dem Buckel. PSG dagegen musste erst dreimal ran: einmal in der Liga und zweimal bei der Trophäe der Champions. Könnte also sein, dass die Kieler bereits etwas besser eingespielt sind. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass sie am Sonntag vor ausverkauftem Haus die Überraschung schaffen und dem Favoriten einen Punkt abknöpfen. Für den Tipp Unentschieden gibt es die Quote 8,5.

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