Titelkampf Bayern/Dortmund: Wunder gibt es immer wieder

Titelkampf Bayern/Dortmund: Wunder gibt es immer wieder

Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird die Meisterschaft in der Bundesliga wieder am letzten Spieltag entschieden. Dem FC Bayern reicht im Heimspiel gegen Frankfurt schon ein Punkt, um die Schale zum siebten Mal in Folge nach München zu holen. Dortmund muss in Gladbach gewinnen, um noch eine Chance zu haben. Unmöglich gibt’s nicht!

Lange Zeit sah Borussia Dortmund in dieser Saison wie der neue Deutsche Meister aus. Doch auf einmal legte der FC Bayern einen Zahn zu und eroberte am 28. Spieltag mit dem Sieg im direkten Duell die Tabellenführung zurück. Mit lediglich zwei Punkten Vorsprung geht der Titelverteidiger am Samstag in den letzten Spieltag, daheim gegen die Frankfurter Eintracht. Ein Punkt reicht zur siebten Meisterschaft in Folge. Eigentlich spricht alles für die Bayern. Doch warum sollte man die Schale beim BVB schon im Vorfeld abschreiben?

In Dortmund hat man den Glauben noch lange nicht verloren. Es geht ja zum Lieblingsgegner nach Mönchengladbach. Dort braucht es zwingend einen Sieg und Schützenhilfe aus Hessen. Durchaus möglich und bei einer Hammerquote von 21,00 für die Kombi aus Sieg BVB und Frankfurt auf jeden Fall eine Überlegung wert. Ob es für die Dortmunder tatsächlich zum Titel reicht, wissen wir am Samstag ab 15:30 Uhr.

Das Bundesliga-Finale im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es den letzten Spieltag der Bundesliga mit allen Spielen ab 15:30 Uhr zeitgleich auf Sky.

Was für Dortmund spricht

Zunächst einmal muss der BVB natürlich selbst seine Hausaufgaben machen und das Gastspiel im Borussia-Park gegen Mönchengladbach gewinnen. Ansonsten braucht man gar nicht erst nach München zu schauen. Das Ergebnis in der Allianz Arena wird dann keinen Schwarz-Gelben auch nur im Entferntesten interessieren. Dass es ausgerechnet gegen Gladbach geht, ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen brauchen die Fohlen die drei Punkte selbst dringend für die Qualifikation zur Champions League und dem BVB wird sicher nichts geschenkt, zum anderen hat Dortmund die letzten sieben Spiele gegen Gladbach allesamt gewonnen.

Ebenfalls ganz wichtig für Dortmund ist die Rückkehr von Marco Reus. Der Kapitän hat seine Rot-Sperre abgesessen und wird pünktlich zum finalen Showdown wieder dabei sein. Dass Reus schon mal alleine den Unterschied ausmachen kann, sollten sie in Gladbach nur zu gut wissen. Immerhin kickte der Nationalspieler vor seiner Rückkehr nach Dortmund drei Jahre lang für die Fohlen. Außerdem ist auch Lukasz Piszczek wieder dabei. Der Pole feierte schon beim 3:2 zuletzt gegen Fortuna Düsseldorf sein Comeback. Mit seiner Erfahrung und seiner Präsenz auf dem Platz ist er für den BVB nach wie vor unverzichtbar.

Die Moral stimmt

Was man bei den Dortmundern außerdem nicht vergessen sollte, die geben sich nie geschlagen. Auch wenn die Titelchancen noch so gering sind, es wird bis zur letzten Sekunde gekämpft. Das zeigten sie schon die ganze Saison über. Neun Treffer in der Nachspielzeit und 24 Tore in der letzten Viertelstunde unterstreichen das nur zu gut. Selbst bei einem Rückstand darf man die Schwarz-Gelben nie abschreiben. Sogar gegen Schalke trafen sie noch das Tor, trotz zwei Spieler weniger auf dem Platz.

Dass die Bayern jetzt noch gegen Frankfurt ranmüssen, ist für den BVB sicherlich kein Nachteil. Die Hessen sind im Endspurt der Saison zwar etwas ins Stolpern geraten, doch gerade sie wissen ganz genau, wie man den Münchnern in den entscheidenden Momenten wehtun kann. Das Pokalfinale vergangene Saison sollte den Bayern noch in bester Erinnerung sein. Zudem braucht auch Frankfurt drei Punkte, wollen sie sich die Chance auf die Königsklasse offenhalten. Die Hessen werden um jeden Zentimeter auf den Rasen kämpfen. Wer weiß, wann sie noch einmal so eine Gelegenheit erhalten.

Das spricht eher für die Bayern

Natürlich muss man auch mal die Seite aus Sicht der Bayern beleuchten. Die Münchner sind das beste Rückrundenteam der Liga und seit 13 Spielen ungeschlagen. Außerdem haben sie mit +52 das klar bessere Torverhältnis im Vergleich zum BVB (+35). Grund dafür ist auch die wiedererlangte Heimstärke. Die letzten zehn Spiele in der Allianz Arena hat der Rekordmeister gewonnen. Das ist schon mal eine Ansage in Richtung Dortmund.

Zudem agieren die Münchner recht abgeklärt, wenn sie als Tabellenführer in den letzten Spieltag gehen. Nur einmal wurden sie noch abgefangen. Das war 1971 von Borussia Mönchengladbach. Ansonsten waren es immer die Roten, die am Ende den Titel bejubeln durften. Jetzt können sie erstmals seit 19 Jahren wieder im eigenen Stadion die Meisterschaft klarmachen. Das sollte nochmal ein ganz besonderer Anreiz sein.

Die größten Wunder der Bundesliga

Dass es auch anders kommen kann, hat sich in der Bundesliga aber schon mehrmals bestätigt. Einige Wunder haben wir für euch herausgesucht:

Saison 2000/01

Die Schalker müssen jetzt ganz tapfer sein. Es war der 19. Mai 2001, als sich der FC Bayern in einem wahren Herzschlagfinale den Titel sicherte. Schalke hat mit 5:3 gegen Unterhaching gewonnen und war eigentlich schon Meister. Nach dem Schlusspfiff in Gelsenkirchen lagen die Bayern mit 0:1 beim HSV zurück und sich alle Königsblauen in den Armen. Bis zur 94. Minute, als ein gewisser Patrick Andersson einen indirekten Freistoß aus dem Strafraum nach einem Rückpass der Hamburger ins Netz zimmerte. Besonders bitter: Mit Matthias Schober nahm auch noch ein Ex-Schalker den Rückpass mit der Hand auf und ebnete so den Bayern den Titel.

Saison 1999/00

Richtig dramatisch war es auch 1999/00, als die Bayern mit drei Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen das letzte Heimspiel gegen Bremen absolvierten. Bayer musste zeitgleich zum Aufsteiger nach Unterhaching. Was ein Spaziergang werden sollte, entpuppte sich schnell zum Debakel für die Werkself. Ein Eigentor von Michael Ballack leitete den Untergang der Leverkusener ein. Markus Oberleitner traf in der zweiten Halbzeit sogar noch zum 2:0. Da die Münchner mit 3:1 gegen Werder gewinnen konnten, zogen sie aufgrund des besseren Torverhältnisses noch an Leverkusen vorbei.

Saison 1994/95

Das sollte den Dortmundern doch Hoffnung machen. In der Saison 1994/95 wurden sie ausgerechnet vom FC Bayern zum Deutschen Meister gemacht. Am letzten Spieltag lag der BVB einen Punkt hinter Werder Bremen und hatte auch noch das etwas schwächere Torverhältnis. Die Ausgangslage war klar. Nur mit einem Sieg gegen den HSV durfte man noch hoffen. Und genau so kam es. Dortmund gewann mit 2:0 und da der FC Bayern dem Tabellenführer aus Bremen ein Bein stellte und im Olympiastadion dank drei Torvorlagen von Mehmet Scholl mit 3:1 gewann, feierten am Ende die Schwarz-Gelben ihre bis dato vierte Meisterschaft.

Fakten zum Spiel Gladbach – Dortmund:

  • Dortmund hat die letzten sieben Ligaspiele gegen Gladbach allesamt gewonnen.
  • Gladbach hat keines der letzten sieben Heimspiele gewonnen (3 Unentschieden, 4 Niederlagen)
  • Dortmunds letzte Niederlage in Gladbach liegt schon über vier Jahre zurück.
  • Der BVB holte auswärts 29 Punkte, Gladbach daheim nur einen mehr.
  • Dortmund traf in den letzten fünf Ligaspielen immer mindestens zweimal.

Statistiken

Letzte 5 Spiele

Borussia Mönchengladbach

Borussia Dortmund

Letzte 5 Duelle

BegegnungErgebnisWettbewerb
Dortmund – Gladbach2:1Bundesliga 18/19
Gladbach – Dortmund0:1Bundesliga 17/18
Dortmund – Gladbach6:1Bundesliga 17/18
Gladbach – Dortmund2:3Bundesliga 16/17
Dortmund – Gladbach4:1Bundesliga 16/17

Bilanz

Alle Pflichtspielduelle zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund:

Spiele gesamt
Siege Gladbach: 33
Remis: 35
Siege Dortmund: 50

Voraussichtliche Aufstellungen

Gladbach

Sommer

Beyer, Ginter, Elvedi, Wendt

Kramer

Zakaria, Hofmann

Traore, Drmic, Hazard

Dortmund

Bürki

Piszczek, Weigl, Akanji, Guerreir

 Witsel, Delaney

Pulisic, Reus, Sancho

Götze

Mein Tipp

Dortmund wird ebenso wie Gladbach am letzten Spieltag nochmal alles raushauen. Da der BVB auf ein schnelles Tor drängt, um die Bayern im Fernduell unter Druck zu setzen, gehe ich von einigen Treffern auf beiden Seiten aus. Mit dem besseren Ende für den BVB. Ich tippe auf ein 3:2 für 16.00. Ob es am Ende zur Meisterschaft reicht, entscheidet sich dann in der Allianz Arena in München.

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