Nutzt Paderborn die Hoffenheimer Schwächephase?

Nutzt Paderborn die Hoffenheimer Schwächephase?

Sechs Zähler bei noch acht Spielen fehlen Schlusslicht SC Paderborn derzeit auf Rang 16, der zu den Relegationsspielen berechtigt. Mutmacher für die Ostwestfalen ist die magere Bilanz des nächsten Gegners: Die TSG 1899 Hoffenheim holte aus den letzten sechs Ligaspielen nur zwei Punkte.

Jene zwei Punkte holten die Kraichgauer – vor der Unterbrechung – in fremden Stadien: beim 1:1 auf Schalke und beim 1:1 in Gladbach. Für den SCP hingegen wird die Mission „Klassenerhalt“ zu einer Herkulesaufgabe. Besonders zuhause muss die Elf von Trainer Steffen Baumgart endlich mehr punkten:  Paderborn verlor die letzten vier Heimspiele allesamt.

Der SCP duellierte sich übrigens bislang siebenmal in Liga eins und zwei mit der TSG. Dabei sprang ein Unentschieden heraus (0:0), die restlichen sechs Aufeinandertreffen gingen verloren. Kuriosum dabei: Die Ostwestfalen erzielten gegen 1899 noch keinen Treffer (Torverhältnis: 0:7). 

Paderborn: Abstiegsangst im doppelten Sinn

Beim SCP war die Gefühlslage nach dem torlosen Unentschieden in Düsseldorf gemischt. Ja, einen Punkt mitgenommen im Kampf um den Klassenerhalt. Aber das mit viel Dusel: Die Fortuna hatte die Kugel viermal  ans Aluminium geklopft und damit ihrem Vereinsnamen keine Ehre gemacht. Der SCP hingegen trat selten erstligatauglich auf. Verteidiger Mo Dräger fasste es hinterher so zusammen:

„Wir haben nichts gewonnen, aber auch nichts verloren“.

Beim SCP muss man im doppelten Sinn um den Klassenerhalt bangen: Einerseits versucht die Baumgart-Elf auf dem sportlichen Weg, den Sechs-Punkte-Rückstand auf Platz 16 bis Saisonende irgendwie wettmachen. Andererseits spielt immer die Ungewissheit mit, ob nicht die Saison aufgrund zu vieler positiver Corona-Fälle in der Liga vorzeitig abgebrochen wird, Paderborn dann auf einem der Abstiegsplätze liegt und folglich am berühmten grünen Tisch absteigen müsste.

Wie auch immer: Zunächst muss für den SCP gegen Hoffenheim ein Dreier her . Dafür muss im Gegensatz zum Auftritt in Düsseldorf vor allem nach vorne mehr gehen. Keine einzige Ecke holte Paderborn in der Rheinmetropole heraus. Positiv, immerhin: Stürmer Sven Michel hat nach überstandener Zahn-OP das Training wieder aufgenommen. Eine Alternative mehr in der Offensive für den leidgeprüften Baumgart.

Hoffenheim: Nur eine Ergebniskrise?

Bei der TSG zeigte man sich nach dem 0:3 gegen Hertha einerseits zerknirscht.

„Es ist leider so, dass wir zu leicht verlieren“

erklärte Kapitän Benjamin Hübner nach der dritten Heimpleite in Folge.

Andererseits sah man sich nicht schlechter als die Berliner. „Wir haben guten Fußball gespielt“, ergänzte Hübner. Und Coach Alfred Schreuder analysierte, dass man das Spiel größtenteils dominiert hätte. Das klare 0:3 gegen die Hertha – nur eine Hoffenheimer Ergebniskrise?

Zugegeben: Den Kraichgauern fehlte zuletzt jede Menge erfahrenes Personal, vor allem in der Offensive: Belfodil, Kramaric, Adamyan, Dabbur. Vize-Weltmeister Kramaric hat zumindest das Training wieder aufgenommen, Dabbur wird sicher wieder zurück sein. Bangen muss Schreuder aber um den Einsatz von Ihlas Bebou, der sich gegen die Hertha eine Oberschenkelprellung zuzog. Auch Sebastian Rudy hatte sich gegen die Berliner verletzt, nimmt aber wieder am Training teil.

Gerne erinnert man sich bei der TSG ans Hinrundenspiel gegen Paderborn. Bereits nach 26 Minuten stand der 3:0-Sieg fest. Legen die Hoffenheimer in Ostwestfalen erneut einen Blitzstart hin und beenden ihre Flaute von sechs Ligaspielen ohne Sieg?

Voraussichtliche Aufstellungen

Paderborn

Zingerle – Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins – Vasiliadis, Gjasula, Antwi-Adjej – Sabiri, Jastrzembski – Michel

Hoffenheim

Baumann – Kaderabek, Bicakcic, Hübner, Posch – Grillitsch, Rudy – Skov, Baumgartner, Bruun Larsen – Beier

Mein Tipp

Paderborn will im achten Versuch endlich gegen 1899 gewinnen. Der SCP müht sich, in der Offensive mehr zu bieten als zuletzt und trifft zumindest einmal . Doch Hoffenheim steht dieses Mal sicherer in der Abwehr, kontert den SCP am Ende aus und entführt beim 2:1-Sieg die drei Punkte .
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