Heidenheim und HSV kämpfen im Fernduell um die Relegation

Heidenheim und HSV kämpfen im Fernduell um die Relegation

Durch den 2:1-Sieg über den HSV am Sonntag geht der 1. FC Heidenheim als Dritter mit einem Punkt Vorsprung vor dem HSV in das Spitzenspiel bei Zweitligameister Arminia Bielefeld. Sollten die Schwaben auf der Alm verlieren, würde den Hanseaten ein Unentschieden zuhause gegen Sandhausen genügen.

Bis zur 5. Minute der Nachspielzeit am vergangenen Sonntag sah es so aus, als würde der Hamburger SV es in der eigenen Hand haben, die Relegation zur Bundesliga zu erreichen. Doch dann traf Konstantin Kerschbaumer für Heidenheim gegen die Hanseaten zum 2:1. Dadurch haben die Schwaben die bessere Ausgangsposition vor dem letzten Zweitligaspieltag.: Mit einem Dreier bei dem bereits als Aufsteiger feststehenden Spitzenreiter Bielefeld kann der HSV zuhause gegen Sandhausen machen, was er will.

Doch bei einem Unentschieden auf der Alm würde der Hamburger SV mit einem Dreier nach 2014 und 2015 erneut die Relegation erreichen – dieses Mal jedoch als Zweitligist. Sollte Bielefeld gegen Heidenheim gewinnen, bräuchten die Hanseaten nur ein Unentschieden. Denn sie haben gegenüber den Schwaben das bessere Torverhältnis.

Hamburg – Sandhausen und Bielefeld – Heidenheim im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es die Spiele live ab 15:30 Uhr bei Sky.

Hamburg will dritte Relegation in sechs Jahren

An die Relegation hat der HSV gute Erinnerungen. 2014 und 2015 entschied man die Duelle mit Greuther Fürth bzw. den Karlsruher SC für sich und blieb in der ersten Liga. Nun will man durch die dritte Teilnahme in sechs Jahren in die Bundesliga zurück. Aber erst einmal muss das Team von Trainer Dieter Hecking Platz drei schaffen und dabei auf einen Ausrutscher der Heidenheimer in Bielefeld hoffen.

Gegen die Kurpfälzer aus Sandhausen haben die Hanseaten noch nie verloren. In der vergangenen Saison gewannen sie beide Spiele (3:0, 2:1). In dieser Saison gab es beim SVS ein 1:1. Nun will das Team von Dieter Hecking unbedingt einen Heimsieg landen. Damit würde man Heidenheim unter Druck setzen, dass in den Fall auf der Bielefelder Alm gewinnen muss. Sportvorstand Jonas Boldt ist nicht bange:

„Der Optimismus vor dem letzten Spieltag überwiegt, weil für uns rechnerisch immer noch alles möglich ist und weil wir generell eine Saison gespielt haben, die aus Bergen und Tälern bestand. Grundsätzlich entspricht es meinem Naturell, immer so lange zu kämpfen und zu arbeiten, bis die Saison beendet ist. Wir sind immer in der Lage, Tore zu schießen und ein Spiel zu gewinnen. Zudem haben wir – auf der mentalen Ebene – nichts mehr zu verlieren. Deshalb konzentrieren wir uns jetzt auf uns und unser Spiel – und wie es auf den anderen Plätzen ausgegangen ist und wofür das reicht, das schauen wir dann mal.“

Sandhausen ohne Sorgen zum HSV

Beim SV Sandhausen geht es um nichts mehr. Die Kurpfälzer haben 40 Punkte auf dem Konto und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Aus den letzten drei Spielen holte der SVS jedoch lediglich einen Punkt – im Heimspiel gegen Zweitligameister Bielefeld (0:0). Danach verlor man mit 1:5 beim Zweiten VfB Stuttgart und mit 0:1 zuhause gegen Schlusslicht Dynamo Dresden. Nun will man beim HSV einen versöhnlichen Saisonabschluss. Für Kapitän Dennis Diekmeier, der lange bei den Hanseaten auf der rechten Außenbahn verteidigte, wird es ein besonderes Spiel:

„Natürlich sind Spiele gegen den HSV für mich besonders emotional. Ich habe acht Jahre für den HSV gespielt, hatte da eine schöne, manchmal auch schwierige Zeit. Aber für uns ist es am Sonntag keine Frage, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Ich möchte jedes Spiel gewinnen und gebe immer alles dafür, das wird am Sonntag nicht anders sein. Natürlich ist der HSV ein großer Klub, den man in der Bundesliga sieht. Und natürlich wünsche ich dem HSV Erfolg, mit Ausnahme vom Sonntag. Letztlich hat es aber jede Mannschaft in der eigenen Hand, wie sich die Saison gestaltet, und das hängt nicht nur vom letzten Spiel ab.“

Krönung einer tolle Saison für die Arminia?

Dass Bielefeld am Ende der Saison in die Bundesliga aufsteigen wird, ist schon länger klar. Das liegt unter anderem daran, dass die Ostwestfalen in diesem Jahr noch überhaupt nicht verloren haben. Zuletzt gab es ein 4:0 über Dynamo Dresden und ein 1:0 über Darmstadt zuhause. Auswärts führte man am vergangenen Sonntag in Karlsruhe mit 3:0. Doch dann ließ man die Gastgeber in der Schlussphase noch ausgleichen. Trotz des 3:3 beim KSV ist Bielefeld auswärts einen Tick stärker als zuhause. Auf der Alm verlor man nur eine Partie, aber musste sich mit sieben Unentschieden zufrieden geben. Trainer Uwe Neuhaus will auf jeden Fall gegen Heidenheim nicht abschenken:

„Natürlich wollen wir uns weiterhin vernünftig präsentieren, und das habe ich der Mannschaft auch gesagt. Heidenheim ist voll im Aufstiegskampf. Das bedeutet, dass wir eine große Verantwortung haben. Und wir haben noch ein großes Ziel, nämlich ungeschlagen zu bleiben in der Rückserie. Ich bin zudem überzeugt: So wie man aus der Saison rausgeht, so präsentiert man sich in der Vorbereitung, und so geht man dann auch in die neue Saison.“

Baut Heidenheim die Bilanz gegen die Arminia aus?

Durch das Last-Minute-2:1 gegen den HSV kann der 1. FC Heidenheim aus eigener Kraft die Relegation erreichen. Sicher wäre die Teilnahme, wenn man in Bielefeld gewinnt. Das gelang den Schwaben in sechs Gastspielen auf der Alm bereits zweimal. Überhaupt haben sie fünf der bisher 13 Begegnungen gegen die Arminia gewonnen. Dazu kommen sechs Remis und nur zwei Niederlagen. Trainer Frank Schmidt ist jedenfalls optimistisch, dass es mit der Relegation klappt:

„Ich freue mich, dass wir jetzt in Bielefeld die Chance haben, aus eigener Kraft die Relegation zu erreichen. Jeder weiß, dass ich von hier komme und es als meine Berufung ansehe, dass dieser Verein seine Ziele erreicht. Wenn man jetzt die Entwicklung sieht, schließt sich der Kreis. Diese Mannschaft hält extrem zusammen, jeder kennt seine Aufgabe. Das war zwar immer so, aber dieses Mal ist es nochmal ausgeprägter. Die Spieler haben großen Hunger auf Erfolg.“

Voraussichtliche Aufstellungen

Hamburg

Pollersbeck – Gyamerah, Letschert, van Drongelen, Leibold – Fein – Hunt, Kinsombi – Harnik, Pohjanpalo, Kittel

Bielefeld

Ortega – Brunner, Behrendt, Pieper, Hartherz – Prietl – Hartel, Seufert – Clauss, Klos, Voglsammer

 

 

Sandhausen

Fraisl – Diekmeier, Zhirov, Kister, Verlaat, Paqarada – Linsmayer, Taffertshofer – Biada – Scheu, Behrens

Heidenheim

Müller – Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf – Dorsch – Kerschbaumer, Thomalla, Griesbeck – Otto, Kleindienst

Mein Tipp

Der HSV sollte gegen Sandhausen gewinnen, dann müsste Heidenheim in Bielefeld siegen, um die Relegation zu erreichen. Das schafft der HSV zuhause mit einem 3:1.
Heidenheim spielt auf der Alm nur Remis, so dass Hamburg in die Relegation geht.

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