Wirft Saarbrücken auch Leverkusen aus dem Pokal?

Wirft Saarbrücken auch Leverkusen aus dem Pokal?

Der Viertligist aus dem Saarland ist der Pokalschreck der Saison. Mit Regensburg, Köln, Karlsruhe und Düssseldorf hat der 1. FC Saarbrücken bereits vier Erst- oder Zweitligisten besiegt. Nun empfängt man den bisher schwersten Gegner zum DFB-Pokal-Halbfinale: Bayer Leverkusen

Derzeit trennen den 1. FC Saarbrücken und Bayer Leverkusen noch drei Ligen. Die Saarländer sind in der Regionalliga zuhause, die Rheinländer in der Bundesliga. Doch in den 1980er und 1990er Jahren trafen sich beide Teams bereits viermal im Fußball-Oberhaus. Und dabei war Saarbrücken in den direkten Duellen durchaus erfolgreich.

Beide Heimspiele der Spielzeiten 1985/1986 sowie 1992/1992 gewannen die Kicker von der Saar jeweils mit 3:1 gegen die Werkself. Endet auch das dritte Heimspiel gegen Bayer so? In Leverkusen siegte Bayer 1985 einmal mit 2:0. Dazu kommt noch ein Remis. Insgesamt spricht die Bilanz also leicht für die Gastgeber.

Saarbrücken – Leverkusen im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es das Spiel live ab 20:45 Uhr im Ersten.

Daten und Fakten zum Spiel

Saarbrücken will ohne Spielpraxis ins Finale

Weil die Regionalliga Südwest abgebrochen wurde, hat der 1. FC Saarbrücken seit dem Lockdown infolge der Corona-Pandemie Mitte März kein einziges Spiel absolviert. Immerhin schaffte der Tabellenführer am grünen Tisch den Aufstieg in die 3. Liga. Trotzdem ist es natürlich ein Nachteil für die Saarländer, dass sie seit 94 Tagen kein Pflichtspiel mehr absolviert haben.

Während Leverkusen seit Mitte Mai wieder im Spielrhythmus ist, fingen die Saarbrücker erst zu der Zeit mit dem Mannschaftstraining wieder an. Hinzu kommt natürlich, dass auch das DFB-Halbfinale ohne Zuschauer stattfindet. Gerade für niederklassige Teams ist der Heimvorteil im Pokal vor heimischer Kulisse sehr wichtig, um dem Favoriten ein Bein zu stellen. Das fällt nun weg. Einziger Vorteil ist, dass der FCS an die Dorfatmosphäre an der Spielstätte in Völklingen gewöhnt ist. Mittelfeldspieler Tobias Jänicke weiß um die Schwere der Aufgabe, freut sich aber dennoch sehr auf das Match und über das bisher Erreichte:

„Das ist immer noch unglaublich. Man guckt es sich immer wieder an und reibt sich die Augen. Davon zehrt man ein Leben lang, davon zehren meine Kinder. Dieses Gefühl und diese Erinnerungen kommen immer wieder hoch. Man ist so weit gekommen, jetzt will man auch den ganz großen Wurf. Alle fiebern dem Spiel entgegen. Das wirft hier seine Schatten schon lange voraus. Für uns gibt es seit Wochen nur noch dieses eine Highlight. Wenn man ehrlich ist, haben wir keine Chance. Doch auch wenn die Chance verschwindend gering ist, wollen wir sie doch nutzen.“

Leverkusen möchte Bayern-Pleite schnell abhaken

Am Wochenende wurden der Werkself ihre Grenzen aufgezeigt. Zwar war man im Heimspiel gegen die Bayern sogar mit 1:0 durch Lucas Alario in Führung gegangen. Doch dann drehten die Bayern die Partie und gewannen souverän mit 4:2. Positiv für Leverkusen war, dass außer Dortmund die direkten Konkurrenz um die Champions-League-Plätze ebenfalls nicht gewann oder sogar verlor. Dadurch ist man weiter punktgleich mit dem Vierten Mönchengladbach.

Doch nun gilt der volle Fokus dem Pokal-Halbfinale. Denn mit einem Sieg über Saarbrücken wäre die Werkself erstmals seit 2009 wieder im Finale in Berlin und hätte weiter eine Chance auf den ersten Titel seit dem Cup-Sieg 1993. In die Partie muss die Werkself aber womöglich erneut ohne ihren Star Kai Havertz gehen. Der Nationalspieler musste bereits gegen die Bayern angeschlagen passen. Lars Bender und Daley Sinkgraven fallen sicher aus.

Doch auch so sollte Leverkusen stark genug für den Sieg sein. Allerdings gehen die Saarbrücker ausgeruhter in die Partie. Trainer Peter Bosz will davon nichts wissen. Er fordert von seinem Team eine Leistungssteigerung im Vergleich zur Pleite gegen die Bayern und warnt davor, das Spiel gegen den Viertligisten auf die leichte Schulter zu nehmen:

„Wir sind jetzt im Juni, die Saison für die Spieler dauert nun schon elf Monate. Dann ist es klar, dass die Frische nicht mehr so ist wie am Anfang. Das ist normal. Aber wir müssen auch im Ballbesitz mutig sein, damit wir Optionen am Ball haben. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht als in der ersten. Wir wollen ins Pokalfinale. Wenn Spieler das nicht verstehen, dass man das Pokalfinale erreichen kann, dann werde ich das auch nicht mehr verstehen. Es muss reichen, dass man mit einem Spiel ins Endspiel kommen kann. Das wird auch für unsere Spieler etwas Besonderes sein.“

Voraussichtliche Aufstellungen

Saarbrücken

Batz – Müller, Uaferro, Schorch, Barylla – Zeitz, Perdedaj – Jänicke, Mendler – Jurcher, Zellner

Leverkusen

Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell – Aranguiz, Baumgartlinger – Bellarabi, Amiri, Diaby – Alario

Mein Tipp

Saarbrücken will die fünfte Pokalsensation hintereinander. Doch ohne Fans und Spielpraxis setzt sich der Gast klar mit 2:0 durch. Die Chance auf den zweiten DFB-Pokalsieg nach 1993 lebt. .

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