3. Liga: Wer muss in die Regionalliga absteigen?

3. Liga: Wer muss in die Regionalliga absteigen?

Wer direkt in Liga zwei aufsteigt, ist klar. Doch welche zwei Teams Aalen und Fortuna Köln in die Viertklassigkeit begleiten müssen, ist noch offen. Mit Lotte, Großaspach, Jena, Cottbus und Braunschweig können noch fünf Mannschaften absteigen.

Am vergangenen Wochenende retteten sich 1860 München und die Spielvereinigung Unterhaching. Beide Teams werden auch nächste Saison in der 3. Liga antreten. Dagegen stieg Fortuna Köln neben dem VfR Aalen definitiv ab. Noch offen ist jedoch, welche zwei Teams ebenfalls in die Regionalliga müssen. Mit Eintracht Braunschweig, Energie Cottbus, Carl Zeiss Jena, der SG Sonnenhof Großaspach und den Sportfreunden Lotte können noch fünf Teams absteigen. Wer muss runter in Liga 4?

 

Eintracht Braunschweig (44 Punkte, Quote: 6,5)

Nach 20 Spieltagen sah es so aus, als müsste Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig zur kommenden Saison gleich noch eine Klasse tiefer spielen. Acht Zähler trennten das Team vom rettenden Ufer. Doch dann fing das Team des neuen Trainers Andre Schubert an zu punkten. Derzeit stehen die Löwen in der Rückrunden-Tabelle auf Platz vier. Vor dem letzten Spieltag gegen den direkten Konkurrenten Energie Cottbus haben die Niedersachsen zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Mit einem Sieg oder einem Remis würde man die Klasse sicher halten. Auch eine Niederlage könnte reichen, wenn die Konkurrenz nicht gewinnt. Trainer Schubert schwört seine Mannschaft auf das Endspiel ein:

„Es geht jetzt um alles – es wird ein 50/50-Spiel. In der Winterpause hätten wir die Situation, wie sie jetzt ist, gerne angenommen. Dementsprechend gehen wir positiv daran. Wir wussten, dass es nach hinten raus eng werden kann. Auch Cottbus lebt damit schon seit einiger Zeit. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können – und das ist die eigene Leistung.“

Energie Cottbus (44 Punkte, Quote: 2,75)

Auch der Aufsteiger stand immer mal wieder auf einem Abstiegsplatz. Doch durch das 2:1 am vergangenen Wochenende gegen den VfR Aalen machte das Team von Coach Claus-Dieter Wollitz einen großen Sprung in Richtung Klassenerhalt. Mit einem Sieg in Braunschweig hätte man ihn aus eigener Kraft geschafft. Auch ein Remis und sogar eine Niederlage würden reichen, wenn die Konkurrenz nicht punktet. Schmerzhaft ist die Gelbsperre von Jurgen Gjasula. Trotz der Ausgangsposition warnt Wollitz:

„Wir haben es selbst in der Hand, aber die Situation ist brandgefährlich. Wir sind bereit – und werden alles daran setzen, nächsten Samstag mit dem Klassenerhalt zurück in die Lausitz zu kommen.“

Carl Zeiss Jena (43 Punkte, Quote: 4,5)

Die Thüringer sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde im Abstiegskampf der 3. Liga. Fünf der letzten sechs Spiele gewann Jena. Aus einem sicheren Absteiger wurde eine Mannschaft, die den Klassenerhalt nun in der eigenen Hand hat. Ein Heimsieg über die bereits geretteten Münchner Löwen reicht. Sollte Großaspach nicht gegen die bereits abgestiegenen Kölner gewinnen, könnte sich Carl Zeiss sogar ein Remis gegen 1860 leisten. Verliert Sonnenhof, darf auch Jena verlieren. So weit will es Trainer Lukas Kwasniok aber gar nicht erst kommen lassen, haderte aber trotzdem damit, dass der Klassenerhalt noch nicht fix ist:

„Es ist eigentlich unfassbar, wie wir punkten und am Ende trotzdem nicht durch sind, weil die Liga so eng ist und du mit 43 Punkten einfach noch nicht durch bist. Das ist schon außergewöhnlich, macht die Liga aber natürlich auch sehr reizvoll.“

Sonnenhof Großaspach (42 Punkte, Quote: 1,75)

Die Schwaben gehen mit Selbstbewusstsein in die Partie bei Absteiger Fortuna Köln. Denn vor Wochenfrist besiegte man den FSV Zwickau mit 5:2. Dadurch steht man zwar weiter auf einem Abstiegsplatz, kann aber mit einem Sieg doch noch die Klasse  halten. Denn im Vergleich zu Braunschweig und Cottbus hat man das bessere Torverhältnis. Selbst wenn diese beiden Teams Remis spielen sollten und man selbst gewinnt, würde man nicht absteigen – sondern Energie. Coach Markus Lang fordert von seinen Jungs deshalb vollste Konzentration in Köln:

„Wir werden um jeden Zentimeter kämpfen. Köln wird sich im letzten Spiel der Saison vor heimischer Kulisse nochmals gut präsentieren wollen und versuchen, vor dem bevorstehenden Landespokalfinale nicht aus dem Rhythmus zu kommen. Wir benötigen eine absolut überzeugende Leistung. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir den letzten Schritt gehen.“

Sportfreunde Lotte (40 Punkte, Quote: 1,01)

Von allen fünf Teams hat Lotte die schlechtesten Chancen auf den Klassenerhalt. Zudem haben es die Jungs von Trainer Ismael Atalan als einzige Mannschaft nicht mehr selbst in der Hand. Ein Sieg gegen die Würzburger Kickers ist Pflicht. Doch selbst der reicht nicht, wenn Jena und Großaspach punkten. Ein Unentschieden wäre schon zu viel. Der Coach ist sich der prekären Ausgangslage bewusst, will aber trotzdem alles geben:

„Natürlich ist die Chance auf den Klassenerhalt gering. Aber jede noch so kleine Chance müssen wir nutzen. Wir können uns nur noch offensiver ausrichten. Das fängt schon bei der Innenverteidigung an. Die Jungs müssen weiter an sich glauben.“

Mein Tipp

Lotte braucht ein Wunder, um die Klasse zu halten. Doch das bleibt aus. Nach drei Jahren müssen die Westfalen absteigen (Quote 1,01). Spannender geht es im Kampf um den letzten noch verbleibenden Abstiegsplatz zu. Weil Cottbus in Braunschweig verliert und Jena und Großaspach gewinnen, müssen die Lausitzer zurück in Liga 4 – bei einer Quote von 2,75.

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