US Open – Was ist drin für Kerber?

US Open – Was ist drin für Kerber?

Angelique Kerber spielt bei den US Open um den zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. Serena Williams kehrt nach einer Verletzungspause zurück. Auch Simona Halep und Madison Keys rechnen sich Chancen aus.

Angelique Kerber ist ohne Probleme in die zweite Runde der US Open eingezogen. Die Kielerin profitierte von der Aufgabe ihrer Gegnerin Polonia Hercog. Noch sechs Siege trennen sie vom zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. Die Kielerin kann in New York außerdem die neue Nummer eins der Welt werden.

Kerber war schon ganz nah dran, Serena Williams von der Spitze des WTA-Rankings zu verdrängen. Hätte sie das zurückliegende Hartplatzturnier in Cincinnati gewonnen, wäre Kerber die erste deutsche Nummer eins seit Steffi Graf im Jahr 1992. Kerber nahm ihre Finalpleite gegen Karolina Pliskova aber gelassen. Eine Niederlage kann immer mal passiere, schließlich sei sie auch nur ein Mensch und keine Maschine, wie sie selbst erklärte. Bei den US Open hat sie nun die Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Erste Hürde schon genommen

Kerber macht sich zwar keinen Druck, will aber „eines Tages die Nummer eins werden“, wie sie vor dem letzten Major des Jahres betonte. Die erste Hürde hat sie in New York schon genommen. In der ersten Runde profitierte sie beim Stand von 6:0, 1:0 von der Aufgabe ihrer Gegnerin Polonia Hercog.

Viel ist beim letzten Grand Slam des Jahres aber wieder von der Form ihrer Rivalin Serena Williams abhängig. Die US-Amerikanerin hat das Vorbereitungsturnier in Cincinnati verletzungsbedingt abgesagt, um sich ganz auf die US Open zu konzentrieren. Im Gegensatz zu Kerber, die im Vorjahr schon in Runde drei scheiterte, hat Williams in Flushing Meadows als Halbfinalistin aber viel mehr Punkte zu verlieren.

Williams unter Zugzwang

Sollten die Nummer eins und zwei der Welt ins Endspiel einziehen, kann Williams ihren Platz an der Sonne nur mit einem weiteren Titelgewinn verteidigen. Dass sie Kerber immer noch in die Schranken weisen kann, hat sie im Endspiel von Wimbledon eindrucksvoll bewiesen. Fraglich ist nur, ob die lädierte Schulter der Lokalmatadorin halten wird. Mit Jekaterina Makarova steht Williams gleich in der ersten Runde ein echter Härtetest bevor. Die Russin ist als Nummer 29 der Weltrangliste nicht zu unterschätzen.

Der Druck auf Williams war selten so hoch wie in diesen Wochen. Die 33-Jährige muss wieder mindestens das Halbfinale erreichen. Ansonsten kann Kerber unabhängig von ihrer eigenen Leistung im Ranking vorbeiziehen. Sollte die Deutsche ins Viertelfinale einziehen, muss Williams schon das Finale erreichen.

Was für Kerber spricht: Die Kielerin hat auf ihrem Weg ins Endspiel den vermeintlich einfacheren Weg vor sich. Erst im Achtelfinale könnten mit Petra Kvitova oder Elina Switolina die ersten beiden gesetzten Spielerinnen warten.

Starke Bilanz von Kerber

Zudem strotzt Kerber nur so vor Selbstvertrauen. Zwar hat sie ihre letzten drei Endspiele verloren, doch mit 47 Siegen in dieser Saison hat sie die mit Abstand meisten Erfolge aller WTA-Spielerinnen gefeiert. Der Triumph bei den Australian Open hat ihr außerdem gezeigt, dass auch bei Grand-Slams alles möglich ist. Dass in Melbourne ebenfalls auf Hartplatz gespielt wurde, könnte ein weiterer Vorteil sein.

Kerber will aber nichts überstürzen und Schritt für Schritt denken. In Runde zwei geht es erst einmal gegen Mirjana Lucic-Baroni weiter. Gegen die Kroatin hat sie erst vergangenen Monat in Montreal gewonnen.

ODDSET-Tipp:

Kerber gilt bei den US Open als eine der großen Favoritinnen auf den Titelgewinn. Für den zweiten Grand-Slam-Sieg ihrer Karriere wird es aber nicht ganz reichen. Zu anstrengend war die Saison bisher für die deutsche Nummer eins. Zumindest wird Kerber das Turnier als neue Weltranglistenerste abschließen. Für die angeschlagene Williams ist spätestens im Halbfinale Endstation. Simona Halep oder Madison Keys könnten erstmals ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Halep hat seit den French Open lediglich gegen Kerber verloren, auf Hartplatz aber eine positive Bilanz gegen die Deutsche. Keys spielt der Heimvorteil in die Karten. Die Rumänin oder die US-Amerikanerin sorgen für eine Überraschung.

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