HSV kämpft beim KSC um den Anschluss

HSV kämpft beim KSC um den Anschluss

Hamburg ganz oben in der Tabelle der 2. Bundesliga. Aus Sicht der HSV-Fans ein Debakel, denn ausgerechnet der Stadtrivale vom FC St. Pauli grüßt nach zwölf Spieltagen von der Spitze. Die Rothosen kämpfen dagegen um den Anschluss. Am Samstag geht es nach Karlsruhe. Drei Punkte sind im Aufstiegsrennen wieder mal Pflicht.

Der HSV spielt für die eigenen Ansprüche schon viel zu lange in der 2. Bundesliga. In dieser Saison soll es, ja muss es einfach mit der Rückkehr ins Oberhaus klappen. Zwar rangieren die Norddeutschen nach zwölf Spieltagen nur auf Rang sieben, doch zum Relegationsplatz fehlen lediglich drei Punkte und gerade mal eine Niederlage zeigt, die Hamburger sind nur ganz schwer zu schlagen. Am Samstag geht es nach Karlsruhe, gegen die man in der 2. Bundesliga noch nicht verloren hat. Mit einem weiteren Sieg will man sich im oberen Tabellendrittel zurückmelden. Für den KSC ist es ebenfalls ein ganz bedeutendes Spiel. Mit vier Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen und 19:19 Toren ist mehr Mittelmaß auf dem neunten Platz nicht möglich. Geht der Trend wieder nach, oben oder nach unten? Anstoß ist um 20:30 Uhr im BBBank Wildpark.

Karlsruhe - Hamburg im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es das Spiel live ab 20:30 Uhr bei Sky und im Free-TV bei Sport1.

KSC mal hui, mal pfui

Beim KSC würde man das Thema Aufstieg nicht öffentlich ansprechen. Dennoch wäre das den Badenern in dieser Saison durchaus zuzutrauen. Qualität ist zweifelsohne vorhanden und an einem guten Tag können die Karlsruher jedem Gegner gefährlich werden. Das zeigte sich zuletzt erst wieder im Pokal, als man beim Bundesligisten in Leverkusen mit 2:1 gewinnen konnte. Es war die passende Antwort auf die 1:3-Pleite in Düsseldorf. An die starke Leistung anknüpfen konnte der KSC jedoch nicht. Am vergangenen Wochenende wurde prompt mit 2:4 gegen Paderborn verloren. Zwei Liga-Pleiten in Folge. Das hat es bis dato nicht gegeben und bedeutet für die Gastgeber nur noch Platz neun in der Tabelle.

Irgendwie weiß man noch nicht so recht, wo man in dieser Saison hin will. Geht es weiter nach oben, oder muss man sich in Karlsruhe doch nach unten orientieren? Das Heimspiel gegen Hamburg wird Aufschluss darauf geben. Sollte Trainer Christian Eichner die Defensive wieder etwas stabilisieren können, könnte es im fünften Anlauf vielleicht sogar mit dem ersten Sieg gegen den HSV im Unterhaus klappen. Die Abwehr war zuletzt das große Sorgenkind bei den Gastgebern. Gegen Paderborn klingelte es schon bis zur 32. Minute viermal im eigenen Kasten. Zuletzt stand am 4. Spieltag gegen Werder (0:0) hinten die Null. Bis zu diesem Zeitpunkt kassierte der KSC überhaupt nur einen Gegentreffer. Mittlerweile sind es 19 und achtmal in Folge fielen mit der Beteiligung der Karlsruher über 2,5 Tore im Spiel. Spektakel für die Zuschauer, aber nicht unbedingt nach Geschmack des Trainers, wie Eichner betonte:

Die Tage nach dem Paderborn-Spiel wurden dazu genutzt, die emotionale Achterbahnfahrt mit der Mannschaft zu verarbeiten. Es gilt an zwei Dingen zu arbeiten: Die individuelle Zahl an verursachten Gegentoren reduzieren und dann das gemeinschaftliche Verteidigen der Jungs besser wieder verinnerlichen.

Fakten zum Spiel:

  • Der KSC hat eine ausgeglichene Gesamt- (4-4-4 19:19) sowie eine ausgeglichene Heimbilanz (2-2-2 10:10) in dieser Saison.
  • Karlsruhe konnte noch nie gegen den HSV in der 2. Bundesliga gewinnen. Der letzte Sieg gelang im August 2012. Damals als Drittligist gegen den Bundesligisten im Pokal (4:2).
  • Beim KSC fielen in den letzten acht Spielen Tore auf beiden Seiten und immer über 2,5 Tore im Spiel.
  • Der HSV holte elf seiner 19 Punkte in fremden Stadien (3 Siege, 2 Unentschieden, 1 Niederlage).
  • Der HSV ist nur ganz schwer zu schlagen (1 Niederlage). Dafür sind die Rothosen die Unentschieden-Könige der Liga (7 Mal Remis).

HSV tritt auf der Stelle

Der HSV ist einer der unangenehmsten Gegner der 2. Bundesliga. Nur der FC St. Pauli hat es am 3. Spieltag im Derby geschafft, alle drei Punkte gegen die Rothosen mitzunehmen. Zusammen mit Regensburg und Nürnberg hat der HSV die wenigsten Niederlagen aller Klubs kassiert. Dass man trotzdem nur auf dem siebten Platz steht, hat einen Grund. Die Hamburger tun sich auch schwer, Spiele mal für sich zu entscheiden. Gerade mal vier der zwölf bisherigen Begegnungen wurden gewonnen. Siebenmal teilte man sich die Punkte mit dem Gegner. Im letzten Duell übrigens auch mit dem KSC. Im April trennten sich die beiden Mannschaften im Volkspark mit 1:1.

Beim HSV ist es eher die Offensive, die eine bessere Platzierung nach zwölf Spieltagen verhindert. 19 Tore waren es bis dato, allerdings gelangen in der Liga nur am ersten Spieltag beim 3:1 gegen Schalke drei eigene Treffer. Ansonsten waren es maximal zwei. Das kann reichen, muss es aber nicht, wie sich beispielsweise im Derby (2:3), gegen Darmstadt (2:2) oder gegen Nürnberg (2:2) gezeigt hat. Zumindest hat der HSV in den letzten sieben Ligaspielen immer getroffen. Gegen die löchrige KSC-Abwehr könnte das schon zum Sieg reichen. Es wäre der vierte im fünften Zweitliga-Duell. Und mittlerweile ist man ja seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen. Aus Hamburger Sicht kann man daher nur sagen, da geht was am Samstag. Denkt sich bestimmt auch Trainer Tim Walter, der noch ein paar lobende Worte über den kommenden Gegner fand:

Ich glaube, dass der KSC sich über die vergangenen Jahre wieder in der 2. Bundesliga etabliert. Sportlich machen die Karlsruher einen guten Job, sind extrem gefährlich über Standards, aber wollen auch Fußball spielen.

Voraussichtliche Aufstellungen

KSC

Gersbeck

Thiede, Gordon, Kobald, Heise

Gondorf, Breithaupt, Wanitzek

Choi, Hofmann, Lorenz

HSV

Johansson

Heyer, David, Schonlau, Muheim

Meffert

Reis, Kittel

Jatta, Glatzel, Alidou

Mein Tipp

Karlsruhe ist in der 2. Bundesliga gegen den HSV noch sieglos. Die Hamburger haben erst ein Saisonspiel verloren und der KSC holte keinen Punkt aus den vergangenen zwei Spielen. Die Defensive wird den Gastgebern aus meiner Sicht auch am Samstag wieder um einen Erfolg bringen. Mit Glück springt vielleicht ein Unentschieden heraus, ich bin diesmal aber eher beim HSV. Ein 2:1 für die Gäste und wieder einmal über 2,5 Tore im Spiel .
2. Bundesliga

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