Super Bowl 53 – Endspiel der Gegensätze

Super Bowl 53 – Endspiel der Gegensätze

Vieles erinnert an den Super Bowl des vergangenen Jahres. Die Übermacht New England Patriots trifft auf einen Underdog. In diesem Jahr sind es die Los Angeles Rams. Und unterschiedlicher könnten die Kontrahenten im direkten Vergleich nicht sein.

Dass der Super Bowl 53 von den New England Patriots und L.A. Rams ausgetragen wird, stand bei den wenigsten Experten oben auf der Wahrscheinlichkeitsskala. Während die Rams in den ersten Wochen der NFL-Saison brutal stark wirkten, dann aber abfielen, „dümpelten“ die Pats sich so durch die Saison. Nun sind beide einen Sieg von der Trophäe entfernt. 

Same (and) ol’

Da sind sie wieder. Wie MacGyvers Erzfeind Murdoc sind die tot geglaubten New England Patriots wieder da und verursachen Chaos. Das Duo Brady/Belichick unternimmt einen weiteren Anlauf und hat nach exzellenten zwei Spielen in den Playoffs die Chance auf den sechsten Super Bowl-Titel.

Während der regulären Saison wirkte der Branchenprimus müde und alt. Tom Brady spielte statistisch eine gute Saison, aber auch zögerlicher. Und mit ihm die Patriots. Dieser Mehltau war zum Spiel gegen die Chargers weggeblasen. Der Oldtimer wurde aus der Garage geholt, kurz abgestaubt und auf die Straße gesetzt.

Das Ergebnis: 6. Gang und Vollgas Richtung Endspiel. Weder die Chargers, noch die Chiefs eine Woche später konnten New England stoppen. Die O-Line beschützte Brady exzellent, der Zeit hatte sich seine Ziele auszusuchen. Headcoach Bill Belichick brillierte erneut in der taktischen Ausrichtung. Der zweitälteste Trainer der NFL findet regelmäßig die Schwachstelle des Gegners und nimmt ihm alles andere weg.

Die Patriots speien offensiv Feuer und sind defensiv gerade gut genug, um mehr Punkte zu verhindern. Dieser Cocktail funktioniert seit Jahrzehnten und er hat die Pats wieder in der Super Bowl geführt.

ODDSET sieht die New England Patriots als Favoriten auf den Super Bowl bei einer Quote von 1,65. Das Handicap liegt bei -2,5 (Quote: 1,80).

New School

Ob der jüngste Trainer der NFL, Sean McVay am kommenden Sonntag ehrfürchtig auf die andere Seite blickt, hinüber zu Bill Belichick? Passen würde es nicht zu McVay. Der Headcoach der L.A. Rams gilt als Nachfolger von Belichick auf dem Olymp der besten Coaches der NFL.

Der 33-Jährige ist abgezockt und schreckt vor keinem Kniff zurück. Gute Voraussetzungen für L.A. Wie Doug Pedersen von den Eagles im vergangenen Jahr muss McVay ein Ass im Ärmel haben, um die Pats zu überrumpeln.

Während der Saison gewann Los Angeles (13-3) seine Spiele aufgrund unnachgiebigem Run-Game. Erst via Todd Gurley, dann CJ Anderson. Im Endspiel werden beide an Bord sein. Das zweiköpfige Monster ist unterschiedlich in der Spielweise und wird New Englands Defensive unermüdlich attackieren.

Die Defense ist mit Defensive-Tackle Aaron Donald eine der besten der Liga. Sie kann und muss Tom Brady erreichen und mindestens einen Ballverlust erzwingen. In der Offense muss Quarterback Jared Goff in Aktion treten. McVay fand in den Playoffs eine exzellente Mischung aus Run und Passing-Game, um den jungen QB gut in Szene zu setzen.

ODDSET sieht die Los Angeles Rams  als Außenseiter auf den Sieg bei einer Quote von 2,10. Das Handicap liegt bei +2,5 (Quote: 1,80).

Die X’s-and-O’s 

L.A. besitzt einen exzellenten Pass-Rush. Problem ist nur, dass die Defense der Patriots gegen die Chargers und Chiefs hielt. Tom Brady hatte genügend Zeit in der Offensive. Zudem zeigten sich die Pats als äußerst variantenreich. Gegen Kansas City, das eine schwache Defense gegen den Run besitzt, liefen sie.

Bradys Fähigkeit, weniger als drei Sekunden für einen Pass zu brauchen, wird der Knackpunkt des Spiels. Findet er seine Anspielstationen durch die Mitte, wie Julien Edelman und Rob Gronkowski, hat New England beste Chancen auf den Sieg.

Defensiv müssen die Pats QB Jared Goff in Fehler zwingen. Das Run-Game der Rams muss limitiert werden. L.A. war in den Playoffs aus der Shotgun heraus erfolgreich. Sean McVay mischt den Angriff gerne ab. Hält die Pats Frontline und lässt wenig Läufe zu, kann New England früh davon ziehen.

Super Bowl LIII im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es den Super Bowl LIII live auf ran.de ab 17:00 Uhr, auf ProSieben ab 22:45 Uhr und auf DAZN ab 00:30 Uhr.

Mein Tipp für den Super Bowl 53

Das Spiel wird eng, was das Handicap von 2.5 unterstreicht. Immer wenn Bill Belichick genug Zeit hat, findet er die Stärken und Schwächen des Gegners.Kann Sean McVay ein Ass aus dem Ärmel zaubern und seine Defense so einstellen, dass sie Brady unter Druck setzen, ähnlich wie Philadelphia?
Und da ist ja immer noch die Regel, nie gegen den besseren Quarterback zu setzen. Wobei ich das auch bei Saints vs. Rams gesagt habe ...

Ich tippe auf die Patriots -2.5 bei einer Quote von 1.80.

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