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Eishockey-WM: Stürmt Deutschland ins Halbfinale?

Eishockey-WM: Stürmt Deutschland ins Halbfinale?

Eishockey-WM 2021: Deutschland feiert gegen Gastgeber Lettland den Einzug ins Viertelfinale.

Beim 2:1 gegen Lettland zeigte das DEB-Team starke Nerven. Das Viertelfinale gegen die Schweiz weckt gute Erinnerungen: Bei der Heim-WM 2010 gelang gegen die Eidgenossen erstmals seit 1953 der Halbfinal-Einzug.


Auch bei Olympia 2018, als das DEB-Team sensationell Silber holte, klappte es mit einem Sieg über den Nachbarn: Damals erreichte man dank eines 2:1 nach Verlängerung das Viertelfinale. Gelingt nun bei der Eishockey-WM 2021 in Riga erneut ein wichtiger Erfolg gegen die Schweiz? 

Die Vorschau auf die Viertelfinalspiele:

Viertelfinale 1: Schweiz – Deutschland

Do., 15:15 Uhr: Dank einer starken kämpferischen Leistung belohnte sich die DEB-Auswahl gegen Lettland doch noch mit dem Einzug ins Viertelfinale. Zunächst gab es drei überzeugende Siege gegen Italien (9:4), Norwegen (5:1) und Kanada (3:1). Danach zeigte das Team von Bundestrainer Toni Söderholm auch gegen Kasachstan (2:3) teils gute und gegen Finnland (1:2) und die USA (0:2) zwei sehr gute Leistungen – ging aber jeweils mit null Punkten vom Eis.

Herausragend über die gesamte Gruppenphase beim deutschen Team der unbändige Einsatz: Immer wieder werden gegnerische Schüsse geblockt – in dieser Vielzahl bei keinem anderen Team zu sehen. Auch spielerisch ist unter Söderholm ein Fortschritt zu erkennen. In der Defensive wird in kniffligen Situationen meistens Ruhe bewahrt und mit dem Pass zum besser postierten Nebenmann der nächste Angriff eingeleitet – anstatt den Puck nur aus der gefährlichen Zone herauszuschlagen.

Im Tor leistet Mathias Niederberger zudem Herausragendes. Bei seinen sechs Einsätzen parierte der Goalie 122 von 130 Schüssen auf sein Gehäuse, kassierte also nur acht Gegentreffer. Im Angriff macht man sich Sorgen um den bisherigen Topscorer Marcel Noebels (7 Punkte): Der Berliner war gegen Lettland verletzungsbedingt vom Eis gegangen und droht nun auszufallen.

Die Schweiz ist in diesem Duell der Nachbarn Favorit. Die Eidgenossen gewannen in der Gruppe A sechs von acht Spielen und verfügen über das bislang stärkste Powerplay (35,7 Prozent). Söderholm erklärt: „Sie spielen ähnlich kompakt wir und bauen ihr Spiel auch auf starke Torhüter auf. Wir werden bereit sein“. 

Mein Tipp: Für Deutschland wäre gegen die favorisierte Schweiz schon das Erreichen eines Remis nach 60 Minuten ein großer Erfolg – das gelingt der DEB-Auswahl:

Die Eishockey-WML im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es die Spiele live bei Sport1.

Viertelfinale 2: USA – Slowakei

Do., 15:15 Uhr: Die USA gilt als heißer Endspielkanidat. Die US-Boys verloren zwar ihr Auftaktspiel 1:2 gegen Finnland, ließen aber dann sechs Siege nach 60 Minuten folgen. Sie kassierten bislang nur acht Gegentore – Bestwert unter allen 16 Mannschaften.

Herausragend bislang, mit welcher Geschwindigkeit Team USA seine überfallartigen Angriffe vorträgt. Mit Cal Peterson (4 Spiele/1,0 Gegentore im Schnitt) stellt man bislang den besten Torhüter des Turniers. Sein Stellvertreter Jake Oettinger (3 Spiele/1,37 Gegentore im Schnitt) braucht sich nicht zu verstecken. In Conor Garland und Mike Robertson hat das US-Team zudem über zwei Stürmer der Extraklasse an Bord.

Apropos Topstürmer: Die Nummer eins der WM-Scorerwertung kommt mit Peter Cehlarik aus der Slowakei. Der Angreifer sammelte bereits zehn Punkte und stellte seine Scorerqualität auch in der schwedischen Liga unter Beweis. Für Leksands kam er in 49 Spielen auf 41 Punkte. 

Das Tor der Slowaken hütet mit Julius Hudacek ein Topkeeper der KHL. Bei Spartak Moskau kassierte er in 50 Partien nur 2,44 Gegentore im Schnitt. In der Gruppenphase legte die Slowakei eine Achterbahnfahrt hin: Gegen Favorit Russland gelang ein überraschendes 3:1, gegen die Schweiz (1:8) und gegen Tschechien (3:7) ging man unter.   

Mein Tipp: Die USA setzt sich klar nach 60 Minuten durch, alsoTipp 1 bei Handicap 0:1 .

Viertelfinale 3: Finnland – Tschechien

Do., 19:15 Uhr: In den letzten zehn Duellen zwischen diesen beiden Teams verließ der jeweilige Sieger nie mit mehr zwei Tore Vorsprung das Eis. Vier dieser zehn Aufeinandertreffen gingen in die Overtime bzw. ins Penaltyschießen. Vieles deutet also auf ein ausgeglichenes Viertelfinal-Duell hin.

Tschechien erzielte bislang schon 27 Tore und ist in Sachen Torschusseffizienz das bislang drittbeste Team: 11,9 Prozent aller Schüsse fanden den Weg ins Tor. Titelverteidiger Finnland traf erst 19 Mal. Mit nur 8,1 Prozent aller Schüsse war man erfolgreich. Dafür ist die Abwehr der Skandinavier top. Erst zehn Gegentore kassierte man in sieben Partien. Tschechien musste hingegen schon 18 Gegentore einstecken.

Der tschechische Coach Filip Pesan weiß, wie schwer die Aufgabe gegen die Finnen wird: „Sie sind sehr gut organisiert und hochtalentiert. Sie sind der Titelverteidiger, es wird hart“. Jedoch werde es keine unlösbare Aufgabe, so Pesan: „Wir haben Finnland schließlich zuletzt besiegt“. Am 12. Mai feierte sein Team ein 2:1.

Mein Tipp: Die bislang bessere Defensive beider Teams setzt sich durch, Finnland gewinnt knapp nach 60 Minuten, .

Viertelfinale 4: Russland – Kanada

Do., 19:15 Uhr: Im Eishockey-Kracher zwischen dem 27-fachen Weltmeister Russland und dem 26-maligen Titelträger Kanada sind die Russen Favorit. The Red Machine produzierte bislang 28 Treffer – bisheriger Bestwert aller Teams. Sechs Stürmer haben schon mindestens fünf Scorerpunkte gesammelt.

Ausnahmekönner wie Sergej Bobrowsky (Tor), Dimitri Orlow (Abwehr) oder Wladimir Tarasenko (Sturm) wurden nach dem Playoff-Aus ihrer NHL-Teams nachnominiert. Bobrowsky könnte nach seiner Quarantäne im Viertelfinale erstmals das Tor der Sbornaja hüten. Russland kassierte zwar im dritten Spiel ein überraschendes 1:3 gegen die Slowakei. Doch alle anderen Partien wurden gewonnen. Darunter war ein klares 4:1 gegen die Schweiz sowie ein 4:3 gegen Tschechien.

Kanada hingegen erreichte nur mit viel Glück die Runde der letzten Acht. Nur weil Deutschland ein Sieg nach 60 Minuten gegen Lettland gelang, kamen die Ahornblätter weiter. Wäre dieses Spiel in die Verlängerung gegangen, hätte das Mutterland des Eishockeys erstmals eine WM-Endrunde verpasst.

Gerade einmal drei Spieler im kanadischen Team haben WM-Erfahrung. Darcy Kuemper (Tor),  Troy Stecher (Abwehr) und Adam Henrique (Sturm). Letztgenannter liegt momentan auf Platz vier der Scorerliste. Das bekannteste Gesicht im kanadischen Team belegt in dieser Wertung sogar Rang zwei: Connor Brown. Er war in der abgelaufenen Saison einer der Topstürmer der Ottawa Senators.   

Mein Tipp: Sieg nach 60 Minuten für Russland, mit zwei Toren Vorsprung – .

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