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FC Sevilla – FC Barcelona: Wer bleibt oben dran?

Sevillas Matias Kranevitter versucht, Barcelonas Lionel Messi zu stoppen.

Sevillas Matias Kranevitter versucht, Barcelonas Lionel Messi zu stoppen.

Dass Titelverteidiger Barca wieder um die Meisterschaft mitspielt, ist keine Überraschung. Viel erstaunlicher ist hingegen die bisherige Saison von Europa-League-Champion Sevilla. Trotz vieler Abgänge fehlen nach 10 Spielen nur drei Punkte auf Real Madrid und lediglich ein Zähler auf das zweitplatzierte Barca. Nun steigt in der andalusischen Hauptstadt am Sonntag das direkte Verfolgerduell (20:45 Uhr).

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Zuhause im Sánchez Pizjuán wollen die Sevillanos an die vergangenen beiden Heimspiele gegen den FC Barcelona anknüpfen: 2015/16 siegte man mit 2:1, 2014/15 endete die Partie 2:2. Doch davor dominierte eindeutig Barca in Sevilla: Zwischen 2008 und 2014 gewann man dort fünfmal und holte zwei Unentschieden. Eine Niederlage setzte es in dieser Zeit nicht.

Neuer Trainer, neue Mannschaft – trotzdem erfolgreich

Der FC Sevilla hat sich erstaunlich schnell an seinen neuen Trainer Jorge Sampaoli gewöhnt. Der Argentinier, der 2015 Chile zum Sieg bei der Copa América coachte, löste den erfolgreichen Unai Emery ab. Der gebürtige Baske hatte mit Sevilla drei Europa-League-Titel in Folge gewonnen. Zur neuen Saison war er dann zu Paris Saint-Germain gewechselt.

Zu PSG hat Emery den Polen Grzegorz Krychowiak mitgenommen. Der Sechser hielt nicht nur den Defensivverbund Sevillas zusammen, sondern initiierte auch die Angriffe. Die verwertete häufig Kevin Gameiro. Doch auch der Franzose verließ den Verein in Richtung Atlético Madrid. Zudem wechselte Mannschaftskapitän Coke zu Schalke 04, wo er sich allerdings sofort das Kreuzband riss.

Umso erstaunlicher ist es, dass es Sampaoli in kurzer Zeit gelang, ein neues starkes Team zu formen. Die Neuzugänge Samir Nasri (Manchester City), Hiroshi Kiyotake (Hannover 96), Adil Rami (AC Mailand) oder Luciano Vietto (Atletico Madrid) haben gut eingeschlagen. Vor allem der von Pep Guardiola vergraulte Nasri blüht im Süden Spaniens geradezu auf.

Der Franzose denkt, dass es an der Rückkehr ins offensive Mittelfeldzentrum liegt:

„Ich habe immer in der Mitte gespielt, nur bei City und zeitweise bei Arsenal musste ich auf die Flügel ausweichen. Ich mag es nicht, auf den Flügeln zu spielen und habe es nur gemacht, da der Trainer dachte, es sei das Beste.“

Gegen Barcelona sollte Nasri ähnlich brillieren wie zuletzt, damit der FC Sevilla mit einem Sieg ganz oben dabei bleibt. Die Andalusier hätten das Duell mit den Katalanen sogar als Zweiter in Angriff nehmen können. Doch am vergangenen Wochenende reichte es bei Sporting Gijon nur zu einem 1:1. Immerhin holte man sich mit einem 4:0 gegen Dinamo Zagreb in der Champions League Selbstvertrauen.

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Viele Verletzte hemmen FCB

Barca hingegen zog mit einem 1:0-Arbeitssieg über Schlusslicht FC Granada in der Tabelle an Sevilla vorbei auf Platz zwei. Der verletzte Spielmacher Andrés Iniesta wurde bei Blaugrana schmerzlich vermisst. Ohne den spanischen Nationalspieler kam der Starsturm um Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar nicht richtig ins Spiel. Lediglich Rafinha, der Bruder von Bayerns Thiago, sorgte mit seinem Fallrückzieher-Treffer für das Highlight des Spiels.

Durch die Verletzung von Iniesta wird bei Barca mehr Verantwortung auf Ivan Rakitic zukommen. Für den Kroaten ist es eine besondere Partie. Denn beim FC Sevilla entwickelte sich der ehemalige Schalker zwischen 2011 und 2014 zu einem Weltklassespieler. Er hat immer noch enge Beziehungen zu der andalusischen Hauptstadt, schließlich ist es die Heimat seiner Frau.

Gegen seine alten Kollegen werden Rakitic & Co. jedoch wesentlich besser spielen müssen wie gegen Granada und Manchester City in der Champions League unter der Woche. Trotz einer 1:0-Führung durch Messi verlor Barca mit 1:3 gegen den alten Trainer Pep Guardiola.

Dennoch richtete Stürmer Luis Suárez bereits am Dienstag in Manchester den Blick auf das Spiel gegen Sevilla:

„Das darf uns nicht beeinträchtigen. Wir haben verloren, aber jetzt müssen wir das vergessen und an Sevilla denken. Das ist ein sehr wichtiges Spiel.“

Dabei muss Barca erneut mit einer Not-Defensive agieren. Abwehrchef Gerard Piqué und Linksverteidiger Jordi Alba fehlen weiterhin, für sie werden wohl erneut die gegen Manchester schwachen Javier Mascherano und Lucas Digne spielen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Sevilla: Rico – Mariano, Marcado, Rami, Escudero – Kranevitter, Nzonzi – Vazquez, Ganso, Vitolo – Vietto.

FC Barcelona: Ter Stegen – Roberto, Umtiti, Mascherano, Digne – Busquets, Rakitic, Gomes – Messi, Suárez, Neymar.

Mein Tipp:

Barcelona ist gerade durch die Verletzungen von Iniesta und Piqué stark geschwächt, Sevilla nimmt den Schwung aus dem Champions-League-Sieg über Zagreb mit und schafft zuhause ein Unentschieden gegen den FCB: 2:2 heißt es am Ende.

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